Der rote Christus von Strümpfelbach

Schon beim Eintreten durch das Hauptportal sieht man im gotischen Chorbogen über dem Altar den Kruzifixus. Bei diesem Passionskreuz (lateinisches Kreuz) ist der Längsbalken (senkrechte Linie, Verbindung mit dem Göttlichen) deutlich länger als der Querbalken (waage­rechte Arme, Verbundenheit mit Erde und Mitmenschen). Im Strümpfelbacher Kruzifixus ist die Kreuzung beider Balken weit nach oben gerutscht, wohl um das Kreuz mit Ketten in den (Triumph-) Bogen des Chores hängen zu können.

 

 

 
Kruzifix

Kruzifix, der eigentümliche „rote Christus von Strümpfelbach“

 
 

Der relativ kleine Corpus, der wie der ganze Kruzifixus aus dem 16. Jahrhundert stammt, ist von eigentümlicher roter Farbe, die nach Abnahme verschiedener Farbschichten hervortrat, und will Blut und Leiden Christi versinnbildlichen. Die in der christlichen Ikonographie sonst so wichtige Inschrift: INRI (Joh.19,19: Jesus Nazarenus Rex Judaeorum, Jesus von Nazareth König der Juden) fehlt.