Die Glocken der Strümpfelbacher Kirche und die Kirchturmuhr

Im Strümpfelbacher Kirchturm hängt ein schön voll klingendes Vierergeläut, wobei die einzelnen Glocken seit unterschiedlichen Zeiten ihren Dienst tun und ganz verschiedene Schicksale haben:

Die Älteste im Jahre 1502 vom Esslinger ‚Stuck- und Glockengiesser’ Panthlion Sidler gegossene Glocke hat einen Durchmesser von 121 cm und eine Höhe von 97 cm. Ihr Schlagton ist das ges', der tiefste unserer Glocken.

 

 

 
Die Glocken der Sankt Jodokus Kirche

v.l.: Siedler's Glocke 1502, Kurtz's 'Engelsglocke' 1948, Heroldt's Glocke 1659, Kurtz's 'Vier Jahreszeiten' 1948

 
 

 

Die zweitälteste unserer Glocken (Durchmesser 88 cm, Höhe 69 cm, in b') goss Hans Georg Heroldt aus Esslingen im Jahre 1659. Sie hat ein besonderes Schicksal: 1942 wurde sie abgenommen, um eingeschmolzen zu werden. 1948 konnte sie in Hamburg wiedergefunden werden und wurde am 21. Mai 1948 wieder feierlich eingeweiht.

Die dritte Glocke aus dem Jahr 1661 entging dem bösen Schicksal nicht. Sie wurde im ersten Weltkrieg 1916 abgenommen und eingeschmolzen.

Gleich nach dem zweiten Weltkrieg stiftete 1948 der Fabrikant Heinrich Ritter zwei Glocken, die 1948 eingeholt und aufgehängt wurden

Die zwei anderen, gestimmt in des'' und as', fertigte 1948 die Glockengießerei Heinrich Kurtz in Stuttgart, wobei Prof. Fritz Nuss die schmückenden Reliefs darauf schuf: die größere (Durchmesser 103 cm) symbolisiert die vier Jahreszeiten, die kleinere (Durchmesser 77 cm) trägt Engelsfiguren und mahnt uns mit den Worten 'O Land, Land, höre des HERRN Wort!“. Es erinnert an den im Krieg eingezogenen und gefallenen Pfarrer Berron, der diese Worte schon für die erste Ersatzglocke von 1936 bestimmt hatte. Sie wurde aber ebenfalls eingeschmolzen.

 

Der Glockenstuhl ist aus massiver Eiche und wird auf das 16./17. Jh. datiert. Die 1948 angebrachten Eisenjoche wurden im Rahmen der Glockensanierung im September 2006 wieder durch Eichenjoche ersetzt. 

Von der Kirchturmuhr hört man erstmals 1756 etwas, als sie erneuert werden musste. Ihr erstes, ganz handgeschmiedetes Werk ist im Heimatmuseum erhalten. Bis 1948 musste sie von Hand aufgezogen werden, danach wurde sie elektrisch, heute sogar elektronisch gesteuert. Sie schlägt die Viertelstunden und alle vollen Stunden jeweils zwei Mal: so kommen um Mitternacht 28 Schläge zusammen.

 

 

 
Kirchturm mit Uhr

Kirchturm mit Uhr