Das Lutherjahr 2017

Mit dem Anschlag der 95 Thesen an der Schlosskirche zu Wittenberg hat Martin Luther einen revolutionären Prozess in Gang gebracht, der auch heute nach 500 Jahren immer noch seine Wirkung entfaltet.

Damit dieser Prozess nicht zum Stillstand kommt und weil die Begegnung mit Gott immer wieder eine neue Erfahrung darstellt, wollen wir das Jubiläumsjahr nutzen, um durch eine Vielfalt von Veranstaltungen und Gottesdiensten einen tieferen Einblick in das Leben und Wirken des Reformators zu erhalten.

So wollen wir uns auf die gedanklichen Spuren des Mönches begeben, um nachvollziehen zu können, was diesen Menschen dazu gebracht hat, die gängigen Vorstellungen von Gott, Glaube und Kirche seiner Zeit zu hinterfragen und alles in einem neuen Licht zu sehen.

Martin Luther begab sich intensiv auf Gottessuche. Es gelang ihm, das Wort Gottes erneut zum Strahlen zu bringen, und er übersetzte es in die Sprache seiner Zeit.

Dadurch wurde Gott neu greif- und begreifbar und Gottes Bedeutung für das Leben gewann an Relevanz. Somit wurde die Wittenberger Reformation zum Anfang eines Neuaufbruchs.

Was sich damals ereignete, war auf eine besondere Weise die Neuentdeckung Gottes, d.h. Gott neu denken, suchen, wagen und entdecken.

500 Jahre später befinden wir uns erneut in einer Situation der Sehnsucht, aber auch gleichzeitig  in einer Phase der Entfremdung von Gott und für viele Menschen des 21. Jahrhunderts ist Gott scheinbar nicht mehr relevant.

Daher wollen wir das Jubiläumsjahr für eine Neubesinnung nutzen und uns wie die Reformatoren     gemeinsam auf Gottessuche begeben.

Gemeinsam neue Wege gehen heißt auch Gottessuche mit allen Facetten der menschlichen Empfindungen und Aktivitäten.

Wir wollen Gott neu “erfahren, denken, erzählen, bitten, entdecken, feiern, vertrauen, lieben, klagen, spüren und sehen“. Das war damals die Herausforderung, und das ist heute wieder die Herausforderung.

Darum wollen wir Begegnungsräume schaffen, den Dialog vertiefen,  Christus feiern und kenntlich machen, dass wir nur gemeinsam eine lebenswerte Welt bewahren und gestalten können.

500 Jahre Reformation zu feiern bedeutet somit auch, Gott und die Welt zusammenzuhalten.

 

- Wolfgang Mödinger, Kirchengemeinderat